Übersichtskarte

Tag 7 und 8

Sonntag, 27.04.2014

Freitag Nachmittag fuhren wir nach Catania, um dort ein Ticket für den nächsten Tag, und unser größtes Abenteuer zu kaufen- dem Ätna.

Samstag fuhr unser Bus zum Ätna um 8:15 Uhr ab, um ca 10 Uhr kamen wir oben an. Trotz vieler Ausbrüche in der Vergangenheit wohnen am aktiven Vulkan tatsächlich Menschen in mehreren kleinen Dörfern. Der Bus bringt einen direkt zum Rifugio Sapienza, wo sich die Gruppen organisieren.

Wir gingen in eine ausgeschilderte Hütte und trafen sogleich die Bergführer, zahlten stolze 65 Euro und wurden mit Jacken, kniehohen Socken und festen, knöchelhohen Wanderschuhen ausgerüstet. Tatsächlich war das Wetter alles andere als genießbar: Nebel, Nieselregen, kalt. Da ich normalerweiße ab 3000m ü.M. höhenkrank werde, nahm ich 1 1/2 L Wasser zum trinken mit- Alex jedoch juckte das wenig, und nahm tatsächlich nur 1/2 L mit, er sei es gewöhnt, ohne viel Trinken auszukommen, sei beim Radsport in der Wüste schließlich nicht anders.

Zuerst stiegen wir in die Gondelbahn und teilten uns diese mit einem jungen kanadisch-österreichischem Pärchen. Ich hatte schon Sorge, den Aufstieg nicht zu packen- die Höhe, schlecht ausgerüstet (mit Jeans und Wollpulli), und schließlich war ich noch etwas angeschlagen. Nach der Gondel stiegen wir in einen Geländebus, welcher uns noch höher brachte. Dann endlich stiegen wir aus und liefen los- und der Anfang viel mir von Allem am schwersten.

Die dünne Luft machte mir dort bereits zu schaffen, und ich hackte mich bei Alex ein, der natürlich wie immer enthusiastisch und voller Energie geladen war, und mich ein Stück hochzog. Leider konnte man nicht weiter als 20 m sehen, man lief im schwarzen Sand, und ohne Führer hätten wir uns garantiert verlaufen. Wir waren eine Gruppe von ca 15 Leuten, hauptsächlich Engländer und Deutsche. Der Führer sprach sehr gebrochenes Englisch; ich hätte ihn auf italienisch besser verstanden. Immer wieder stoppte er an und hielt seinen Finger in irgendeine Richtung, redete mal was von einer gas station (Tankstelle?), oder anderem, und es ging wieder weiter. Glücklicherweiße ging es nach dem steilen Aufstieg nur noch bergab, was wirklich angenehm war. Man rutschte im Lavagestein, welches unter den Füßen nachgab, den Berg hinab und es fühlte sich etwas an wie fliegen- bis auf meinen beinahen Oberschenkel-Krampf. Natürlich regnete/schneite es immernoch und wir waren durchnässt wegen der schlechten Kleidung. Aber solange man sich bewegt, ist einem ja warm, also immer auf-und-ab-hüpfen.

Insgesamt waren wir ca 3 Stunden unterwegs, von der 1/2h Gondel- und Busfahren abgeht, und insgesamt vielleicht 1/2h Pause auf dem Berg. Wir trafen zwei deutsche Frauen im mittleren Alter, welche sich ein Auto gemietet hatten, und uns freundlicherweiße nach Catania runterfuhren. Wirklich angenehme Sache, im warmen, trockenen Auto zu sitzen, und zu wissen, dass man gleich daheim ist um dort warm zu duschen. :)

Abends entschieden wir uns für einen leichten Spaziergang, welcher dann aber doch ausartete. Alex brauchte Fleisch zum Abendessen- nämlich Pferdefleisch - polpa di cavallo. Wir fragten uns in Catania auf der Haupteinkaufsstraße durch, welche uns ein paar lange und steile Straßen weiterschickte. Sterbend vor Hunger fanden wir ein vertrauenswürdiges Bistro und setzten uns rein. Alex bekam sein Pferd, und ich hatte- ungelogen- die beste antipasti meines Lebens! So ließen wir den letzten Abend in Sizilien ausklingen.

Den nächsten Tag vertrieben wir uns mit etwas Sightseeing und einkaufen. Ich kaufte mir eine handgefertigte Seife auf einem kleinen Markt und ein Glas Crema di Pistacchio- wow, was für ein Genuss! Ich wünschte nur, dass ich dazu gutes deutsches Brot gehabt hätte. Schließlich stiegen wir um 17:30 Uhr in den Bus, welcher uns zurück nach Urbino bringen sollte....

Abschließend kann ich sagen, dass Sizilien einen Eindruck bei mir hinterlassen hat. Die Reise zu zweit mit Alex anzutreten war die richtige Entscheidung- es gab kaum Komplikationen, durch seine lebensfrohe Art war ich immer mindestens aushaltbar und nervte uns nur selten; seine Motivation und Neugierde brachte uns an ganz besondere Plätze. Hierfür danke ich ihm- und ich danke an dieser Stelle auch meinen zwei Jungs Roberto und Mauro, und Alex' Mitbewohner Nino, welche uns mit sizilianischer Gastfreundlichkeit überschüttet haben, und uns die Möglichkeit gaben, einen realen Einblick in ihr Leben und das ihrer Familien zu geben.

Auf dem Weg zum Vulkan Der Ätna!!! Blick auf Catania und das Meer In der Gondel Im Bus, welcher uns noch höher bringt.... Der Führer erklärt Der Geländebus- oben liegt Schnee Ich mit ausgeliehener Jacke und Schuhen Die Gruppe Haha ich mit Schnee in den Wimpern Alex und ich Vereist der Abstieg . Lavalandschaft Wer ist nasser... ? ;-) Alex ... und endlich wieder an der Rifugio Sapienza..... und Alex bekam sein Pferdefleisch... .... was übrigends typisch für Catania ist!! und ein Abschiedsfoto in Catania!!!

Tag 6- Messina

Freitag, 25.04.2014

Der 6. Tag, ein Freitag, führte uns nach Messina. Eigentlich ist es nicht das typische Touristenziel- Messina ist vor allem dafür bekannt, dass in seinem Hafen die Fähre von Reggio Calabria ankommt. Übrigends inspizierte ich diese Fähre genau und muss sagen, dass sie um einiges größer als unsere Bodensee-Fähre ist. Das Bistro dort bereitet genau wie wir im konstanzer Fährebistro die Sachen frisch zu, jedoch haben sie auch mehr Andrang. Schließlich fährt die Fähre übers Meer ;-)

In Messina checkten wir in unsere Unterkunft ein und trafen danach Nino, Alex' Mitbewohner. Alex ging bei der Reservierung des Collegio in Urbino das Risiko eines Doppelzimmers ein, mit positivem Erfolg. Sein Mitbewohner ist der älteste Sohn von 7 Kindern, und hat bereits einen abgeschlossenen Bachelor. Seinen Master macht er nun in Urbino. Ausserdem kocht er, genauso wie Alex, unglaublich gerne und ist auch keine 19 Jahre alt mehr.

Nino holte uns ab und wir besichtigten ein paar Sachen in Messina. Danach fuhren wir zu ihm um dort mit seiner Familie Abend zu essen- und ich war wirklich aufgeregt seine 6 Geschwister und seine Eltern kennen zu lernen. Nach Nino folgt ein Mädchen, und dann kamen nur noch Jungs. Um ehrlich zu sein, stellte ich mich darauf ein, beim Essen beten zu müssen (viele Kinder zu haben ist ja oft ein Zeichen einer christlichen Familie, in den USA zumindest, wo wir vor jedem Essen beteten.), jeddoch waren sie nicht christlich. Die Eltern waren unglaublich nett zu uns, redeten langsam und deutlich und beantworteten alle unsere neugierigen Fragen.

Wir schauten bei der Essenszubereitung zu- man stand lange am Herd, werkelte, redete, wartete, es wurde spät, und ab und zu ließen sich die jüngeren Geschwister von Nino im Türrahmen blicken. Jedesmal erhaschte ich ein neues Gesicht, und bekam es erst zum Essen wieder zu sehen, als alle am Tisch saßen. Ninos Schwester war leider ausser Haus, und somit waren die Mutter und ich die einzigen Frauen am Tisch.

Zu Essen gab es gefüllte Calamari, ich kann leider gar nicht sagen mit was sie gefüllt waren, und als Secondo Piatto gab es (ich glaube) Pasta con le sarde. Das ist mit Sardellen, Rosinen und Pinienkerne, der Hauptbestandteil machte jedoch der Fenchel aus, den man aber kaum schmeckte. Auf jedenfall sehr, sehr lecker!

Alex- tollpatschig wie er ist- leerte ein halbes Glas Peperoncino über sein Essen, aß es aber fleißig auf. Aus jeder Ecke kam ein anderer Hinweiß, "du musst das nicht essen", "nimm etwas Brot", "magst du noch mehr Wasser?" und ich musste mir so dermaßen das Lachen verkneifen, da es Alex an diesem Punkt nun wirklich unangenehm war. Wir waren nach dem Essen wieder zum Platzen voll. Und wie immer nach dem sizilianischen Essen wurde ich müde und hörte nur noch dem plappernden Alex zu, während ich verdaute.

Als ich auf die Toilette ging, entdeckte ich viel Naturkosmetik- vor allem deutsche. Ich sprach die Mutter daraufhin an, dass ich deutsche Kosmetik entdeckt hätte. Sie antwortete, dass es leider noch keine italienische Firmen gäbe, und Italien gerade erst in der Entwicklung sei, einen gesünderen Lebensstil zu führen. Wir plauderten etwas, auch über ihre Jungs, sie haben auch Zwillinge, und welches Kind welche Richtung einschlägt: Der eine sportlich, der andere naturwissenschaftlich, der andere musikalisch, einer sprachlich... sie sei froh, so eine Vielfalt um sich herum zu haben und ich pflichtete ihr bei.

Als Alex schließlich sagte, dass er gar nicht verstehen könnte, dass Sizilien finanziell so schlecht dastehe- immerhin wäre die Insel theoretisch total autonom- eigener Strom, genügend Tourismus, viele kleine Betriebe,  sogar Skifahren könne man- antwortete sie nur: "Man plant etwas, und alles ist schon fertig gestaltet, und dann kommt die Mafia und stellt sich in den Weg, und man hat keine Chance mehr seine Pläne umzusetzen. Sie hindert uns an der Entwicklung. Es ist schrecklich." Diese Sätze glaubte ich ihr aufs Wort. Die Sizilianer sind es Leid, über die Mafia und ihre dauerwährende Präsenz zu reden. Bevor Alex und ich von Nino nach Hause gefahren wurden, gab es noch einen typisch messinischen Nachtisch....

Am nächsten Tag wurden wir früh von Nino abgeholt und erkundeten Messina. Dank Nino aßen wir die weltbeste Granita (!!!) mit selbstgemachter Sahne und einem Brioche, so gut fanden wir es in Catania nicht wieder. Wir liefen am Strand, das Wetter war herrlich und es ging ein leichter Wind. Da Alex mit Nino plauderte, konnte ich abschalten. Nachmittags setzte uns Nino in der Nähe vom Bahnhof ab und wir holten uns etwas zum Essen, relaxten, und warteten auf unseren Bus, welcher uns nach Catania bringen sollte, wo uns noch ein Abenteuer erwartete....

In Messina- Ein Kirchtum. Vieles wurde in Messina bei einem Erdbeben 1908 zerstört, sodass es leider kaum alte Gebäude gibt. In der Kirche Gefiel mir besonders gut- Der neue Papst spricht, dass man alle Lebewesen respektieren muss, und das Schlachten des Osterlamms unnötig sei. Nino und seine Mutter bereiten das Essen zu.... ....und der Tisch ist gedeckt Im Detail Alle sitzen !! ...und noch der Nachtisch... Alex und Nino ...und die weltbeste Granita! philosophieren halt Nino entwickelt den Film der analogen Kamera in der Uni selbst Ich . Meer.. und Messina rechts . Wir drei

 

Tag 5- Palermo!

Donnerstag, 24.04.2014

Palermo genießt viele Vorurteile: dreckig, die Mafia hat überall ihre Finger im Spiel, Diebe etc. Doch eigentlich ist Palermo eigentlich nur eins: Eine Stadt, wie andere in Sizilien auch.

Am 5. Tag reisten wir von Trapani nach Palermo mit dem Bus. Von meinen Mitbewohnern und deren Familien wurden wir gewarnt, dass man nach 19 Uhr nicht mehr auf den Straßen sein sollte, denn es könnte dann gefährlich werden. Wir glaubten das nicht so ganz, blieben sicherheitshalber aber abends doch daheim. Die Mafia verdient vor allem am Tourismus- wer also einen Tourist überfällt, ist 2 Stunden später tot, überspitzt gesagt!

Wir wurden vom Regen empfangen und machten uns auf in unsere Jugendherberge. Die Besitzer waren sehr nett und pflichteten uns bei, dass Palermo für sie der beste Ort zum Leben sei- es sei immer was los, man ist schnell am Meer, man lebt dort wo andere Urlaub machen (ist bei Konstanz aber auch so- haha).

Alex und ich erkundeten die Stadt. Wir liefem am Teatro Massimo vorbei, und sahen auch einige andere bekannte Orte, die uns aber weniger wichtig erschienen.

Er wollte unbedingt Milz essen, was in Palermo eine Spezialität ist, dort man macht sich viel aus Innereien. Also machten wir uns auf den Weg zum besagten Restaurant- und Alex bekam seine Milz in einem Sandwich, dem Pan ca Meusa in dem weit über Palermo hinaus bekanntem Restaurant Focacceria San Francesco. Dieses Slow-Food Restaurant bietet auch Essen zum Mitnehmen, wir machten uns es jedoch gemütlich und nahmen einen Tisch. Endgeld? Auch nicht mehr als in einer Pizzeria.

Für Abends kauften wir uns Morzarella, Schinken, Tomaten, Rucola und frischgebackenes Brot und machten uns einen Sandwich und einen gemütlichen Abend.

Am nächsten Tag schien die Sonne! Wir entschieden, noch gemütlich Mittag zu essen und dann schließlich in den Bus nach Messina zu hüpfen. Es war DAS Mittagessen schlechthin! Alex kaufte sich eine Arancino (http://de.wikipedia.org/wiki/Arancini), ich mir ein Stück typische Pizza aus Palermo (weicher Teig und eine Tomatencreme obendrauf) und zum Nachtisch gab es für uns beide - die größte Sünde schlechthin- Cannoli!

In Messina sollte uns der Mitbewohner von Alex erwarten.

Unsere Juhe: - Weist du, was das Leben ist? Deins, und meins? Ein Traum der in Sizilien gemacht wurde. Vielleicht sind wir noch dort und träumen gerade- Teatro Massimo Palermos Gassen Antica Focacceria S. Francesco Für mich gabs ein Sandwich mit Käse ... und Alex bestellte noch Nudeln Innenhof Kirche Libreria Dante Alex Wir besuchten auch einen Park um ein bisschen zu relaxen Am Palazzo della Giustizia Alex und seine Arancini Es schmeckt :) Nun das Beste! Cannoli: Mit Ricotta und Schokoladenstücken gefüllt und schließlich noch etwas rumblödeln Europäer- und nicht Deutsche!

 

Tag 3 und 4

Montag, 21.04.2014

Von Siracusa aus zog es uns einmal über die gesamte Insel ans andere Ende- Trapani. Dort besuchten wir meine zwei Mitbewohner Roberto und Mauro, und hatten einen wirklich tollen Einblick in die Stadt, und auch etwas ins sizilianische Leben! Es war garantiert nicht das letzte mal, dass ich in Trapani war!

Wir benutzen das ausgeklügelte sizilianische Bussystem und fuhren von Siracusa nach Catania, stiegen um und fuhren bis nach Palermo, wo wir wieder umstiegen und nach Trapani fuhren. Insgesamt brauchten wir ca 7 Stunden, es war unser gemütliche Reisetag. Dennoch strengt reisen an (vor allem mit Alex, der zu jeder Stunde voller Energie strotzt!), und ich konnte das Ende des Tages kaum erwarten... dazu später noch mehr.

Mein Mitbewohner Roberto holte uns in Trapani am Bahnhof mit einem hellblauen Auto ab. Das Klischee über die italienischen Männer- gegeelte Haare, fette tiefgelegte Karre und laute Musik trifft absolut nicht zu. Ich habe in ganz Italien noch kein frisiertes Auto gesehen - wahrscheinlich weil sie nach ein paar Jahren sowieso kaputt sind. ;-)

Roberto brachte uns in unsere Unterkunft etwas ausserhalb Trapanis. Seine Familie hat (wie viele italienische Familien) noch eine Zweitwohnung für schöne Sommerabende oder ruhige Wochenenden. Nach kurzer Zeit holte er uns wieder ab und wir fuhren zu seinen Eltern. Müde wie ich war, machte ich wohl nicht den besten Eindruck. Sein Vater redete ununterbrochen mit mir, ich verstand nur die Hälfte (trotz der Bemühungen Standarditalienisch zu reden, muss noch Dialekt dazwischengerutscht sein) und ich nickte immernur zustimmend und pflichtete ihm bei mit "Ja, das hat Roberto mir erzählt, sehr interessant." Alex brachte zum Glück etwas Schwung in die Sache und plapperte wie immer in fließendem Italienisch mit der famiglia ;-)

Schließlich kochte Robertos Mutter noch für uns- und ich aß ein ganzes halbes Kotelett (als angehender Vegetarier...), wobei die Jungs auch sehr überrascht waren. Noch jetzt werde ich damit aufgezogen, ich hätte hinterher eine gesündere Farbe im Gesicht gehabt.

Nach dem Essen freute ich mich schon auf mein Bett- nix war's, Roberto führte uns noch durch die Stadt. Ich war äußerst still, schon im Halbschlaf, während Alex über Sizilien philosophierte und Roberto ihm bepflichtete, dass es die beste Heimat sei, die man haben könnte.

Und dann auf dem Heimweg schlief ich im Auto ein.....

Am nächsten Tag wurden wir von Roberto abgeholt und er unternahm einen Ausflug mit uns, welchen ich als den schönsten auf meiner Sizilienreise abtuhen kann. Mit dem Auto fuhren wir auf den von Trapani aus nahegelegenen Berg "Erice", welcher Urbino sehr ähnelt. Kleine, enge Gässchen, hügelig, persönliche Atmosphäre. An Aussichtspunkten stoppten wir und blickten auf das Land der Sonne, blickten auf das Meer, auf Trapani, und keiner unterbrach die Stille. Roberto führte uns zu einer versteckten "Pasticceria", welche schon seit Jahrzehnten von "suore" (Nonnen) betrieben wird. Er bestellte eine Spezialität nach der anderen, die Jungs stopften es so schnell rein, ich kam kaum mit dem Essen hinterher. Das Ganze ging so schnell, dass ich leider kein einziges Bild schießen konnte.

Auf dem Fahrt vom Erice nach Trapani hörten wir italienische Musik, die Fenster waren geöffnet und ich träumte vor mich hin, während die Jungs über das Rennradfahren redeten (Alex fuhr in den USA halbprofessionell Rennrad und Roberto macht Triathlon). Wir fuhren zu Trapanis Strand, feinster Sand, kleine Bars, Musik, etwas Tourismus eben, aber auch viele Einheimische. Zum Mittagessen fuhren wir wieder zu Robertos Haus, und seine Mama hatte Risotto mit Scampi gekocht, was soviel war, dass ich leider nicht alles essen konnte (bitte nicht die süßen Spezialitäten vom Eriche vergessen!). Nach dem Mittagessen gab es noch Eis (trotz meines "nein wirklich nicht, ich bin wirklich voll") und auch Robertos kleiner Bruder taute uns gegenüber auf, und redete mit uns. Er schien ganz fasziniert davon, einen echten Amerikaner zu treffen, der auch noch so gut italienisch spricht, dass man ein paar Sachen erfahren kann, wie z.B. "Was esst ihr in den USA zum Frühstück? Hast du ein großes Auto?".

Für den Mittag und den Abend waren Mauro und seine Eltern verantwortlich. Mauro ist mein anderer Mitbewohner, der sich zusammen mit Roberto ein Zimmer teilt. Nach dem ausgezeichneten Mittagessen kamen sie um uns zu holen. Ohne viel Worte zu verlieren, stiegen wir in das Auto seiner Eltern und fuhren eine halbe Stunde ausserhalb Trapanis, nach "Segesta". Dort sind die Überreste eines griechischen Tempels, welcher 400 v.Chr. gebaut wurde, und ein griechisches Amphiteather, welches im 2. oder 3. Jahrhundert v. Chr. errichtet wurde, zu finden. Selbst über 2200 Jahre später finden dort noch Festspiele statt- beeindruckend!

Nach Segesta fuhren wir zurück zu dem wohl bekanntesten Sightseeing Trapanis- den Salzhügeln "saline". Schon seit Ewigkeiten wird in Trapani Salz angebaut in kleinen Becken. Viele Infos dazu habe ich leider nicht, das Museum war geschlossen.

Zurück in Trapani führte uns Mauro mit dem Auto durch die Stadt. Wir holten seine Freundin ab und gingen Essen. Für alle gab es CousCous mit Fischsoße, was leider nicht mein Geschmack war, da der Fisch zu Soße liquidiert wurde. Ich aß Gnocchi, und enttäuschte damit wohl etwas Mauro und wahrscheinlich auch die gesamte sizilianische Küche. Alex jedoch rettete wie immer unsere Ehre und aß selbst den Teller von Mauros Freundin leer. Danach- ihr könnt es euch denken- fielen wir todmüde in unsere Betten, und wurden am nächsten Tag von Roberto abgeholt und zum Bus gebracht, welcher uns ins capitale bringen sollte- Palermo.

Diese zwei Tage in Tapani werden für mich unvergesslich bleiben, ich habe meine zwei sizilianischen Jungs dort tief in mein Herz geschlossen, und würde das, was sie für uns getan haben, jederzeit auch für sie tun.

Auf dem Weg nach Trapani- vom Bus aus fotographiert abends im Halbschlaf noch der Spaziergang durch Trapani Mit den Jungs unterwegs  Erice... ....Erice Der Blick nach Trapani ... und die Jungs Der Fels ist ein typisches Erkennungsmerkmal von Trapani Wir drei :) Auf dem Weg nach unten.... Roberto: Corinna, wenn du dich hinten anschnallst, werden wir von der Polizei angehalten, das macht man hier nicht. 2/5 der Via Bramante :) Alex und ich am Strand Trapanesische SpezialitätMittagessen!!!! .. und Nachtisch... Roberto nahm letztes Jahr daran teil Trapani und die typische Halbsichel Mauros Eltern und Alex Alex und Mauro Am Faxen machen- deutlich griechischer Einfluss, oder? ;-) Der Denker Alex und ich Mauro und die Blumen Das Amphitheatro Segesta Salz- Windmühle Salina Maria Stella  Rechts kleine Salzhügel Was ein Gentleman- er könnte auch als Norditaliener durchgehen ;-)

Tag 2- Siracusa

Sonntag, 20.04.2014

Am zweiten Tag hatten wir Syrakus geplant. Gemütlich nahmen wir vormittags den Bus von Catania nach Siracusa, und kamen eine Stunde dort auch an. Die Bussysteme in Sizilien funktionieren erstaunlich gut. Ein paar mal am Tag fahren Busse von jeder Stadt in die nächstgelegene, ohne dabei viel zahlen zu müssen. Den Zug zu nehmen ist eher untypisch, aus Zeit - und Geldgründen.

In Siracusa angekommen machten wir uns auf den Weg zu unserer privaten Unterkunft um unser Gepäck abzulegen und schließlich die Stadt zu erkunden. Dann die Überraschung- wir hätten bei der Buchung ein Fehler gemacht und die Hausbesitzerin sei nicht daheim. Glücklicherweiße liegt in Italien an jeder Ecke ein anderes Hostel oder Hotel, also checkten wir in ein Hotel ein für 65 Euro die Nacht, für zwei Personen. Nicht gerade ein Schnäppchen, aber der Ausblick auf das weite Meer und Sirakusa war ein Traum!! Später stellte sich herraus, dass die Dame der Privatunterkunft einen Fehler gemacht hatte, und erstattete uns das Geld (+ die Differenz für das Hotel) zurück.

Nach einem wirklich fantastischen Mittagessen (siehe Bilder) machten wir uns gestärkt auf den Weg. Wir unternahmen einen Ausflug zu einem der wohl bekanntesten Plätze Siziliens- dem "Parco Archeologico della Neapoli". Es ist ein Park mit mehreren Sehenswürdigkeiten, in dem man gemühtlich von einer Sehenswürdigkeit zur anderen laufen kann.

So besuchten wir das "Teatro Greco", ein Amphiteater, welches sie im 6. Jahrhundert v.Chr. angefangen haben zu bauen, und 300 Jahre später erweitert wurde. Von den alten Sitzreihen waren noch erstaunlich viele gut erhalten, und man konnte sich auf ergänzte Holzbänke niedersetzen und etwas verschnaufen.

Als besonders eindrucksvoll empfand ich das "Ohr des Dionysios". Hinterher erfuhr ich, dass die Höhle in den Fels gehauen wurde und nicht natürlichen Ursprungs war, dennoch verlor sie nichts an ihrer Pracht. Ein Freund schrieb mir später per sms "La famosa caverna di Platone, dove i rumori vengono amplificati 16 volte." (Die bekannte Höhle des Platon, in der Geräusche bis auf das 16-fache verstärkt werden) und das war die wohl wissenschaftlichste Erklärung, die wir bekommen hatten ;-)

Nach soviel Kultur und Wissendrang hatten wir uns ein Eis verdient... ;-)

Auf Siracus' Halbinsel Ortigia, Blick aus unserem FensterBlick aus unserem FensterÜber den Dächern SirakusasMittagessen!!Da es Ostersonntag war, wollten wir eigentlich auch in die Kirche... naja... nicht geschafft.Beschreibung des Parco della NeapolisIm Parcoausgegraben ;-)... scusa, WIR könnten modeln ;-)Das Ohr!Im OhrIm amphiteatroZitronenbäume im ParkDer Tempel des Apollon auf OrtigiaDas Kind!!sizilianisches Nachtleben- als Aperativo bekamen wir eine ganze Pizza!Schließlich chillten wir noch am MeerJaja, der größere ist mir, aber dafür hatte ich auch Pullis zum Wechseln dabei ;-)

Sicilia!

Freitag, 18.04.2014

Hiermit beginnen mehrere kleine Einträge über eines der Wunder in Italien - die Heimat der hochstehenden Sonne, der frischen Küche, der unglaublichen Süßspeisen und der ewigen Probleme - la bella Sicilia.

Ein guter amerikanischer Freund Alex und ich beschlossen Mitte März, in den italienischen Osterferien nach Sizilien zu fahren- schließlich steht die Sonne noch nicht am Zenit und man kann viel unternehmen, ohne dauernd in seinem eigenen Saft zu stehen.

Wir buchten unsere Bustickets und am 18.4. ging es los- mit einer 16-stündigen Fahrt nach Catania! Da wir uns leider zu spät entschieden, war der Bus die billigste Variante.

Krank (Halsweh, Kopfweh, Gliederschmerzen und etwas Fieber) stieg ich in den Bus und redete mir ein, schlafen zu können. Doch kaum als es 23 Uhr war, ging der Fernseh im Bus an und unterhielt alle Insassen- bis auf mich. Auch wenn die Fahrt schlimm war - ich hatte schon schlimmere Fahrten (damals bei meinem Au-Pair Aufenthalt vom tiefsten Calabrien nach Brescia- 12 Stunden Autofahrt mit 3 Hunden - nur am Rande erwähnt).

Wir kamen am 19.4. in Catania an, und im Bus trafen wir Bekannte von der Uni und dem Wohnheim, welche uns freundlicherweiße mit dem Auto in unsere Unterkunft brachten. Ich hatte nur das verlangen zu schlafen, doch Alex schleppte mich durch die Stadt. Generell hatte er viel Geduld mit mir, ich aber auch mit ihm ;-) Dazu später noch.

Catania ist nach Palermo die größte Stadt in Sizilien und scheint durch den Tourismus mit dem Ätna auch (für sizilianische Verhältnisse) viel Gewinn abzuwerfen. Alex mochte die Stadt, ich hingegen fand sie laut und dreckig und mit vielen komischen Ecken und Leuten. Doch Sizilien sollte uns noch überraschen.

In Catania besuchten wir einen Park, dort hielt ich pennermäßig ein Schläfchen auf einer Bank während Alex die Gegend erkundete. Weil ich immernoch geschwächt war, entschieden wir uns ein tyisches Touriprogramm zu machen und stiegen für 5 Euro in einen Touribus ein. Dieser fuhr durch die Stadt und plapperte fröhlich auf italienisch vor sich hin- ein Glück können wir das ja nun etwas ;-)

Abends vielen wir früh und todmüde ins Bett- am nächsten Tag sollte es nach Siracusa gehen.

Morgens auf der Fähre von Calabria nach Sicilia Amphiteatro mitten in der Altstadt Im Park Villa Bellini Die Kirche Collegiata in der Via Etnea Das Wahrzeichen Catanias- der Elefantenbrunnen Palazzo degli Elefanti. Der Elefant ist aus schwarzem Lavagestein und trägt einen ägyptischen Obelisken aus hellem Granit auf seinem Rücken. Auf dem Palazzo degli Elefanti- eine Kirche deutlicher arabischer Einfluss

 

 

 

Die WG

Freitag, 04.04.2014

Die WG, Geschichten aus dem Alltag- Teil 1.

 

Mr. R. kommt aus Sizilien, und ist 19 Jahre alt. Er studiert Sport im "primo anno", und sein Sport ist Triathlon. Mr. R. liebt das Feiern, besonders den Teil mit dem Trinken, dem Rauchen und den Frauen. Mittlerweile ist er auf eine elektronische Zigarette umgestiegen (der neuste Trend in Italien!), damit ihn seine Kommilitonen auch ernst nehmen im Sport. Aber das nur am Rande.

Der giovedi sera, der berüchtigte Donnerstag Abend (korrekt sollte es "Donnerstag Nacht", oder auch "Freitag morgen" heißen) gibt immer Anlass zum Feiern. So fängt man auch erst an, um 1 Uhr nachts sich aus dem Haus zu bewegen, nachdem man daheim schon vorgeglüht hat (hier: "stilvoll" mit Wein). Viele (naja, alle) Studenten gehen Donnerstags feiern, weil sie Freitags keine Uni mehr haben, oder eigentlich schon Uni haben, aber das ist ja egal. Da ich im Collegio auf einen Geburtstag eingeladen wurde, ging auch ich feiern, blieb aber vom Alkohol fern, da ich Freitags Uni habe (deutsches Pflichtbewusstsein).

Ab hier ist es schlau, ein Zeitprotokoll anzufangen, da auch alles gut durch sms und WhatsApp dokumentiert ist:

1 Uhr: Die Geburtstags-Gruppe schlendert vom Collegio in die Stadt, wo ich mich verabschiedete. Auf dem Piazza waren mehr Studenten, als ich je am Tag gesehen habe.

2 Uhr: Ich ging zu Bett.

3 Uhr: Bekomme eine Sms von meinem Mitbewohner Mr. M. "Corinna, kann ich heute bei dir schlafen?"  Ich öffnete meine Zimmertüre, und da stand er in der Küche im Schlafanzug, nur mit dem Handy in der Hand, wie bestellt und nicht abgeholt. Ich fragte ihn, was passiert sei, und er sagte nur: "R. hat ein Mädchen mitgebracht. Ich hab schon seit 23 Uhr geschlafen. Hast du eine Decke für mich?"

Mr. M. und Mr. R. teilen sich ein Doppelzimmer. Ich richtete ihm mein zweites Bett und wir legten uns um 3:30 Uhr hin.

4 Uhr: Türen öffnen sich und schließen sich. Mitbewohner Mr. I. kommt aus seinem Zimmer und wünscht Mr. R. "auguri, auguri" zum abgeschleppten Mädchen.

4:30 Uhr: Mr. R. geht nach dem Erguss wieder feiern. Meldet sich bei mir per WhatsApp, ob Mr. M. bei mir sei. Ich antworte ja, er schläft.

5 Uhr: Ich kann immernoch nicht einschlafen und schreibe Mr.R., dass er ein Ar*** sei, schließlich habe er seinen Mitbewohner geweckt und aus dem gemeinsamen Zimmer geworfen.

Die Vögel fangen an zu zwitschern.

9:30 Uhr: Mein Wecker klingelt. Mr. M. grüßt mich munter mit "Buongiorno dormigliona!" und tätschelt mein Gesicht. Er bedankt sich für die Gastfreundlichkeit und ich sage, dass er immer willkommen ist.

11 Uhr: Ich sitze total müde in der Vorlesung, obwohl ich doch 7 h hätte schlafen können?!

Letztendlich hat in dieser Nacht wohl keiner mehr als 4 Stunden geschlafen, naja, nach meinem Mittagschlaf fand ichs dann auch lustig. Solche Erfahrung bringen einen doch näher zusammen, und sind später gutes Material um von italienischen Erfahrungen zu berichten. :)

 

Tutte le strade portano a....

Sonntag, 16.02.2014

... ROMA!

Die Wege führten mich also nach Rom in den Sememsterferien. Ich ging alleine, Reisen in einer Gruppe war mir zu anstrengend, und ausserdem besuchte ich eine Freundin.

Die besagte Freundin ist Charlotte. Sie studiert in Jena, und war zum Wintersemester in Urbino. Im Februar nahm sie für 3 Monate ein Praktikum in der deutschen Botschaft in Rom an. Dürfte sich im Lebenslauf später gut machen.

Mit Charlotte ist alles unkompliziert- wir haben den selben Kaffee- und Pinkelrhythmus. Wir kombinierten römliches Shoppen clever mit römlichem Sightseeing und jeden Abend gingen wir zum römlichen Aperativo aus. Wir waren wörtlich von morgens um 10 Uhr bis abends um 22 Uhr unterwegs, schließlich fiel ich immer totmüde ins Hostell-Bett. Ich war in einem Frauen-Hostell untergebracht, zu 80% waren dort nur Asiatinnen, die Besitzerin war allerdings eine Deutsche.

Wir klapperten an 4 Tagen in Rom alles ab, was man sehen muss: Das Forum Romanum, das Colosseum, Katakomben, den Vatikan etc. Die Bilder sagen ja schon alles ;-)

Rom :) Baum- echt mediterran Park Von einem der sieben Hügel aus Der Trevi Brunnen Ich Hard Rock Café Forum Romanum Das Colosseum Auf in die Gräber! Vor den Katakomben In den Katakomben- fotografieren verboten ;-) Schottland hatte gegen Rom ein Spiel- Highlight; Ein Schotte spielte seinen Dudelsack in der Metro :) Vor dem Vatikan Die Engelsbrücke Charlotte und ich vor der Engelsbrücke uraltes Ding- Das Pantheon ...in das es reinregnet ;-) der Guide gibt Auskunft- oder auch nicht Charlotte hat den Überblick Irgendwas von oder für Amazonen die Messingtür ist wirklich fast 3000 Jahre alt Drei Markthallen im Forum Romanum- leicht zerknautscht 8 Säulen für.. ?Der Guide: Und hier links erkennen Sie den Obelisken, schräg rechts gegenüber Richtung Norden erkennen Sie das alte Rathaus und daneben war ein Aquedukt.Das unterirdisch gelegene Innenfeld des Colosseums Licht/Schatten-Spielerei- ein letzter Blick zurück Süßes, neu-eröffnetes römisches Café mit In-Potential 

Der Umzug

Sonntag, 02.02.2014

Nach zweimonatiger Abwesenheit, kommt es nun endlich wieder zu einem Blogeintrag.

Zum 1. Februar habe ich das Wohnheim verlassen und bin ins centro, in die Innenstadt gezogen. Hier wohne ich in einer WG mit 4 Jungs. Zuerst war ich skeptisch, aber schlimmer als mit 7 Mädchen kann’s nicht kommen, dachte ich mir. In der Tat landete ich im Collegio (Wohnheim) in einer WG voller irrer Mädchen, aber da will ich jetzt gar nicht ins Detail gehen ;-)

Nun etwas über die WG und „meine Jungs“: Die Wohnung ist in zwei Stockwerke aufgeteilt. Insgesamt gibt es drei Bäder und zwei Küchen. Ein Bad befindet sich oben, wo sie sich zu zweit ein Stockwerk teilen, ein Bad teilen sich die zwei anderen Jungs auf meiner Ebene, und ich habe ein Bad für mich alleine. Mein Zimmer wird als „monolocale“, einer Einzimmerwohnung verbucht. Da mein Bad und meine kleine Küche jedoch hinten raus sind, und sich meine Tür zur großen Küche hin öffnet, ist es durchaus wie in einer WG.

Gegenüber von mir wohnen zwei Sizilianer, beide haben im September angefangen in Urbino Scienze Motorie (Sport) zu studieren, und sind 19 Jahre alt. Somit lerne ich auch etwas sizilianischen Dialekt und unterhalte damit die ganze WG ;-) Logo- die Jungs wissen noch nicht wie man einen Haushalt führt, aber das stört mich herzlich wenig, denn: Ich habe mein eigenes Bad und meine eigene Küche.

Einer der Jungs macht Triathlon, somit sprechen wir auch ein wenig übers Fahrradfahren und Schwimmen. Derselbige gewann auch den 1. Platz in den Marken im 10 km- Lauf, nach nur 3 Stunden Schlaf, da er nachts noch auf einer Party war.... der andere macht Leichathletik, im Schwerpunkt wohl Sprint.

Der, der oben wohnt ist schon 30 Jahre alt ist, ursprünglich kommt er aus Marokko, wohnt jedoch schon seit 10 Jahren in Italien. Er ist unglaublich nett und hilfsbereit. Jeder in der Stadt kennt ihn, weil er Erasmus-Ausflüge und Partys (nicht bei uns) organisiert. Gegenüber von ihm wohnt der vierte, den man aber kaum sieht, da er an der Adriaküste wohnt, und somit jedes Wochenende daheim ist. Wenn er mal in Urbino ist, ist auch seine Freundin da, welche sich um 9 Uhr morgens in die Küche schleicht und sich einen Tee macht.

Ich habe schon ein paar mal für die Jungs gekocht, Risotto, Lasagne, natürlich Pasta... und dabei haben wir auch gerne mal Natron mit Salz verwechselt, aber naja, was nicht tötet, härtet ab ;-)

Die Vorteile der Stadt sind grandios. Zu den Vorlesungen laufe ich 5-10 Minuten, kann zum Mittagessen nach Hause oder sogar Freunde zum Kochen einladen, wenn man zwei Stunden Pause hat, ich kann von der Bar nebenan direkt ins Bett fallen. Abends geht man einen aperativo trinken in einer der unzähligen kleinen Bars hier, oder man macht einfach einen passeggiata zum Piazza und trifft sich dort zum plaudern. Abschließend lässt sich sagen… È veramente una vita italiana. :)

Der Ausblick, wenn ich auf meiner Straße steheLa piola di San Bartolo- irgendwo in UrbinoPorta di Santa Lucia, mit SonnenuhrDas UmlandVia BramanteAusblick aus meiner Fenster in den unbenutzten GartenUrbino überrascht jeden Tag....Das Kleine dazwischen, meine Wohnung

Über dem Wasser, unter dem Wasser

Sonntag, 17.11.2013

Venedig!

Eine Stadt, welche unglaublich viel zu bieten hat, und wo ein Wochenende eigentlich nicht genug ist, um sie auch nur annähernd kennen zu lernen.

Nach meinem Trip nach Mailand, fuhr ich weiter nach Venedig, um dort 8 andere Erasmussis zu treffen. Wir hatten dasselbe Hostel und konnten so problemlos viel zusammen unternehmen. Bei 9 Leuten ist es jedoch vorbestimmt, dass die Gruppe sich trennt, da man sich selten einig wird was als nächstes ansteht.

Ich kam im strömenden Regen an, und alles war nass. Aber: Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Ausrüstung ;-) Viele Regenschirme vielem dem Wetter zum Opfer.

Abends suchten wir verzweifelt eine Pizzeria, und fanden schließlich eine, deren Preise ok waren, und die Pizza hat ebenfalls gut geschmeckt. Was ein Glück! Allerdings werden wir diese wohl nie wieder finden... Venedig besteht aus tausend kleinen Gassen, in denen man sich gerne mal verlaufen kann. Jedoch ist es genau dies, was die Schönheit der Stadt ausmacht. Ohne Stadtplan ist man schlichtweg verloren, und selbst dieser hat Fehler. Wir machten viel Kultur und legten täglich einige Kilometer Fußweg zurück. Wir besichtigten den "Palazzo Ducale" (Dogenpalast) und lauschten einer deutschen Führung. Ein unglaublich großes und atemberaubendes Gebäude, welches man in Venedig nicht missen sollte.

Samstag Abend jedoch hatten wir ein Highlight, welches wohl einmalig bleiben wird: Wir konnten "La Traviata" von G.Verdi in der "Scuola grande di San Teodoro" sehen! Im Jahr 1853 wurde dieses Stück in Venedig uraufgeführt, was für ein Glück, da spontan Karten zu bekommen! Es war eine sehr klassische Aufführung, welche schön gesungen und schön inszeniert war.

Sonntags besichtigten wir die Halbinsel und den Stadtteil "Dorsoduro", von deren Ende man eine fantastische Sicht auf den Palazzo Ducale, den Kirchturm und den Piazza San Marco hat. Der Piazza litt unter dem aqua alta (Hochwasser), und so stellte man sich auf aufgebaute Rampen, um trockene Füße zu bewahren. Zum Ausklang genossen wir im T-Shirt die Sonne am Meer, und machten uns schließlich auf den Rückweg in unser Urbino.

Angekommen in VenedigAnkunft im RegenErste Erkundungen im Regen- auf der Ponte degli ScalziAufwärmen con chocolata caldaNach dem Essen- eine Brücke trägt EuropaDeutschland- Ungarn- Mexiko- FrankreichMein Boot, da rechtsFriedhof der RegenschirmeSonnenschein am nächsten Tag:)RialtoPonte di RialtoMaria :)Che bellaVenezianischer PaketdienstAqua alta auf dem MarkusplatzAqua altaim Palazzo DucalePonte dei Sospiri (Säufzerbrücke)- ein letztes mal der Blick in die FreiheitDer Palazzo Ducale vom Boot ausIm Hintergrund die Friedhofsinsel San Giorgio Maggiore, wo unter anderem auch Richard Wagner begraben liegtBrücke mit LiebesschlössernBrücke :)Katze :)Egle, ich und NilsTramonto in VeneziaFRENCH fries- all for Elisa of course

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